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Lithium Tagesbedarf:

Der Tagesbedarf an Lithium ist bislang nicht genau bekannt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) hat keinen Referenzwert für Lithium herausgegeben, weil es sich (noch) nicht um ein essenzielles Spurenelement handelt.

Expertentipp:

Bevor Sie sich eine Low-Dosis-Lithium-Verschreibung von Ihren Arzt verordnen lassen, können Sie bei uns einen Zellcheck machen lassen. Wir sehen, ob wirklich einen Lithium-Mangel in den Zellen vorliegt.

Mehr Information zu unserem Zellcheck finden Sie hier.

Wo kommt Lithium hauptsächlich im Körper vor:

  • Lithium kann sich überall im Körper hinbewegen, höhere Konzentrationen sind (verglichen mit andere Gewebestrukturen) in der Niere, Schilddrüse und Knochen vorhanden. In den Knochen und Zähnen kommt Lithium in Verbindung mit Phosphorsäure vor.
  • Ebenfalls zu finden in den Lymphknoten, in der Lunge und Leber, aber auch im Gehirn und anderen Organen.
  • Lithium ist an Erythrozyten gebunden.

Wofür wird Lithium im Körper benötigt:

Gehirn:

  • Lithium reguliert im Bereich der Nucleus Suprachiasmaticus alle chronobiologische Oszillationen was auch ein Teil der Wirkung bei den manisch-depressiven Patienten erklärt.  Der Nucleus Suprachiasmaticus liegt im Hypothalamus und ist die „innere Uhr“ des Körpers, also das zentrale circadiane Schrittmacherzentrum. Er steuert die täglichen Rhythmen von Körperfunktionen (z. B. Schlaf-Wach-Rhythmus, Körpertemperatur, Hormonsekretion, Blutdruck, Nahrungsaufnahme). Über neuronale und hormonelle Signale steuert dieser Nucleus unter anderem die Ausschüttung von Melatonin in der Zirbeldrüse (Epiphyse): Licht hemmt, Dunkelheit fördert die Melatonin-Produktion.

  • Gemäß einer Publikation des Fachblattes „Nature“, ist es mit Lithium gelungen, pathologische Ablagerungen im Gehirn aufzulösen. An gentechnisch veränderten Mäusen, die bei derartigen Versuchen als unsere Stellvertreter dienen, beseitigte Lithium sowohl harte Ablagerungen zwischen den Nervenzellen (BetaAmyloid) als auch fasrige Ablagerungen (Neurofibrillen) im Inneren der Nervenzellen. Peter S. Klein und seine Kollegen von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia publizieren, dass nachdem die Tiere drei Wochen lang Lithium erhalten hatten (in vergleichbare Dosierung wie bei Menschen), sich die Menge an Beta-Amyloid bereits um annähernd die Hälfte verringerte. Beta-Amyloid Ablagerungen im Gehirn stehen in Verdacht eine wichtige Rolle zu spielen bei Morbus Alzheimer.

  • Nach Ergebnissen einer dänischen Studie erkrankten Bewohner im Alter seltener an einer Demenz, wenn das Trinkwasser einen hohen Lithiumgehalt aufwies.

  • Eine positive Wirkung von Lithium konnte eine kleinere klinische Studie bei leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) und Gedächtnisstörungen belegen. Die Patienten erhielten eine Dosis von 150 µg bis 600 µg/Tag. Bei der placebokontrollierten Studie, die an der Universität von Sao Paulo durchgeführt wurde, war nach 12 Monaten ein leichter Rückgang der Konzentration von P-tau im Liquor zu verzeichnen. P-tau ist ein Marker des Morbus Alzheimer. Zudem ergaben sich verbesserte Ergebnisse im ADAS-Cog-Test. Dieser Test misst die kognitiven Leistungen von Alzheimer-Patienten.

  • Eine weitere brasilianische Studie wurde mit Patienten mit manifester Alzheimer-Demenz durchgeführt und ergab, dass sich mit einer Dosis von 300 µg Lithium eine (vorübergehende) Stabilisierung des MMSE-Scores (Mini-Mental-Status-Test) erzielen ließ.

Immunsystem:

  • Lithium wirkt es antiviral vor allem bei Herpesviren (ähnliche Effekte sind zu beobachten bei der Anwendung von L-Lysin)

Psyche:

  • Lithium wird therapeutisch eingesetzt bei bipolaren Störungen (Mansisch depressive Erkrankungen).  Lithium trägt zum seelischen Gleichgewicht und zur geistigen Leistungsfähigkeit bei. Lithium hebt nämlich die Konzentrationen von Tryptophan, 5-HAT (Serotonin) und 5-HIAA (ein Serotoninmetabolit) an. Serotonin verbessert die gute Laune. Lithium reduziert den Katecholamin-Effekt, was vor allem die manische Phase bei Bipolarität abfängt.

Stoffwechsel:

  • Lithium spielt eine signifikante Rolle beim Vitamin B12-Stoffwechsel, sowie  beim Transport und Verteilung des Vitamin B12.
    Ein intrazellulären Lithiumüberschuss ist oft zu beobachten bei einem erhöhten nitrosativen Stress.
  • Lithium ist beteiligt an Enzymaktivitäten
  • Lithium ist in der Lage, im Stoffwechsel sonst unlösliche Substanzen auflösbar zu machen. Dies gilt beispielsweise auch für Harnsäure.

Welche Nahrungsmittel enthalten Lithium:

Lithium ist nur in geringen Anteilen in tierischen Lebensmitteln wie Eiern, Butter und Fleisch zu finden. Der Lithiumgehalt im Fleisch beträgt ungefähr 12 µg/kg. Dagegen befinden sich in Vollwertgetreide und Gemüse, wie Zwiebeln, Knoblauch, Zuckerrüben und Kartoffeln nennenswerte Lithiumanteile mit 0,5 mg  – 3,4 mg/kg.

500 mcg (=0,5mg) Lithium sind enthalten in:

  • Eier                             300 g
  • Butter                         500 g
  • Getreide                     500 g
  • Reis                             500 g
  • Milch                          700 g
  • Schokolade              1200 g

Neben geringen Spuren im Boden findet man das Ultraspurenelement auch in unterschiedlich hohen Konzentrationen im Grundwasser. Die Lithiumkonzentration im Grundwasser/Quellwasser ist abhängig von der Region und beträgt zwischen 0 – 500 µg/l.

Mögliche Maßnahmen zur Korrektur eines Lithiummangels:

Derzeit unterliegt Lithium auch in kleinen Dosierungen der Verschreibungspflicht.

Eine mögliche Zufuhr sind Lithiumhaltige Mineralwässer

Hier findet sich eine Liste mit besonders Lithiumhaltigen Heil- und Mineralwässern:

  • Bad Mergentheimer Albertquelle – 11,8 mg/l Lithiumgehalt
  • Bad Mergentheimer Karlsquelle – 4,9 mg/l Lithiumgehalt
  • Staatl. Bad Kissinger Rakozy – 5,0 mg/l Lithiumgehalt
  • Rogaska Heilwasser Donat MG – 3,3 mg/l Lithiumgehalt
  • Preblauer Sunshine – 1,4 mg/l Lithiumgehalt
  • Hirschquelle Heilwasser – 1,31 mg/l Lithiumgehalt
  • Bad Mergentheimer Wilhelmsquelle – 1,3 mg/l Lithiumgehalt
  • Bad Liebenzeller Paracelsusquelle II – 1,21 mg/l Lithiumgehalt
  • Bad Vilbeler Römerbrunnen – 1,2 mg/l Lithiumgehalt
  • Zurzacher – 1,1 mg/l Lithiumgehalt
  • Bad Liebenzeller Paracelsusquelle I – 1,0 mg/l Lithiumgehalt
  • Adelheidquelle – 0,98 mg/l Lithiumgehalt
  • Heppinger Extra – 0,84 mg/l Lithiumgehalt
  • Ensinger Schillerquelle – 0,82 mg/l Lithiumgehalt
  • Dunaris – 0,79 mg/l Lithiumgehalt
  • Staatlich Fachingen – Still 0,77 mg/l Lithiumgehalt

Vorsicht bei Überdosierungen:

Mit Lebensmitteln sind Lithium-Vergiftungen nicht möglich. Wer regelmäßig stark lithiumhaltige Mineralwässer trinkt, sollte aber etwas vorsichtig sein.
Vergiftungen können sich folgender Maßen zeigen:

  • Deutliches grobschlägiges Händezittern (Ataxie, Hyperreflexie)
  • Störungen des Zentralen Nervensystems (Blackout Anfälle, Epilepsie, Sprachstörungen, Gangstörungen)
  • Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen, Durchfall
  • Nierenversagen
  • Eine solche Vergiftung kann sehr, sehr ernst werden und im schlechtesten Fall auch zum Koma und auch zum Herz-Kreislauf-Stillstand und somit zum Tode führen.
  • Lithiumtherapie kann nebst einer Schilddrüsenunterfunktion, einer Nierendysfunktion auch zu einer Unterfunktion der Nebenschilddrüsen führen.